Etwas UHF-Contestbetrieb vom Kronsberg

Der Standort

Südlich von Anderten, einem Ortsteil von Hannover, erhebt sich der Kronsberg, ein langgestreckter Hügel, dem man anlässlich der EXPO 2000 zwei künstliche Gipfel aufgesetzt hat. Beide zählen für das GMA-Programm. Der Nordgipfel ist mit 118 m ü. M. der höhere und liegt meinem Zuhause näher, darum probierte ich ihn Anfang März 2026 als Standort im DARC-UKW-Wettbewerb aus. Für die Statistik: Locator JO42WI, GMA-Referenz DA/NI-268.

Ausrüstung

Ich verwendete einen alten, aber robusten Mobil-Transceiver für das 70-cm-Band mit 10 W Ausgangsleistung und eine HB9CV-Antenne. Diese montierte ich mit zwei Besenstielen und einem Stück Gardinenstangenrohr sowie viel Strick und etwas Isolierband an einem in den Boden eingelassenen Pfosten, der außerdem einen Papierkorb trägt, in etwa 4 m Höhe. Als Antennenkabel benutzte ich etwa 10 m Aircell-Koax, das reichte bequem bis zur danebenstehenden Bank.

Betrieb und Highlights

Das Wochenende vom 7./8. März 2026 ließ sich sonnig an, wenngleich die Sicht durch Sahara-Staub etwas getrübt war. So packte ich am Samstagnachmittag Funkgerät und Akku in die Fahrradtasche, band die Besenstiele mit Rohr und Antenne an den Fahrradrahmen (merke: bei den üblichen Felgenbremsen am besten links anbinden, dann stört es nicht beim Lenken!) und fuhr zum Kronsberg. Der ist freilich ein beliebtes Ziel für Spaziergänger, aber ich hatte Glück, dass die Bank auf dem Nordgipfel frei war und ich die Antenne am danebenstehenden Papierkorb montieren konnte.

Gleich die erste Verbindung war PI4GN in den Niederlanden (240 km), die weiteste folgte knapp eine halbe Stunde später mit DM5D bei Dresden (269 km). Auch ein "Nachbar" aus Laatzen meldete sich auf einen Anruf. Allerdings schien der Strom von Verbindungen nach einer Stunde zu versiegen. Auch hat eine Ein-Personen-Aktivierung an so einem viel frequentierten Ort den Nachteil, dass man die Station nicht mal kurz allein lassen kann. So baute ich nach 8 QSO und einigen vergeblichen Rufen wieder ab.

Am Sonntagvormittag machte ich mich aber noch einmal auf den Weg, und in etwa 2 1/2 Stunden kamen weitere 9 Verbindungen ins Log, darunter eine mit DL5NUA bei Neubrandenburg, mit 268 km laut Abrechnung nur 1 km näher als DM5D. Eine tschechische Station, die fleißig rief, konnte ich beim besten Willen nicht erreichen, ebensowenig eine in Süddeutschland. Merkwürdig, dass ich niemanden vom Deister oder aus dem Weserbergland gehört habe, dabei gibt es dort recht viele Erhebungen, die zum VHF-Betrieb einladen.

Nach dem Abbau hatte ich die Gelegenheit, einigen Wanderern etwas vom Amateurfunk erzählen zu können. Schön, wenn aufgeschlossene Menschen intelligente Fragen stellen!

Fazit

Im Prinzip ist der Kronsberg ein guter Standort für UKW-Wettbewerbe, wenngleich keine Schutzhütte o. ä. vorhanden ist. Also eher etwas für schönes Wetter, nur empfiehlt es sich für längere Aktivierungen, zu zweit oder zu mehreren zu sein. Dann kann auch mal eine Person kurzzeitig die Station verlassen. Bemerkenswert ist, dass (jedenfalls nach der GMA-Statistik) der Kronsberg am meisten auf dem 70-cm-Band aktiviert wurde (Stand: März 2026), sonst überwiegen Aktivierungen auf dem 2-m-Band.

Immerhin kann ich mich über den 17. Platz von 47 Teilnehmern in der 6-Stunden-Kategorie auf dem 70-cm-Band freuen. Das macht Lust auf mehr.

Fotos gibt es von dieser Aktivität nicht. Ersatzweise ein nun schon fast 10 Jahre altes Bild vom Gipfelkreuz:

Gipfelkreuz Kronsberg Nordhuegel


2026-03-30

vy 73 de DL2LFH, Jan-Martin

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